Unsere Sonderausstellungen

Art Jacquard-Inspirationen 2

Klassisch - Kitsch und Kunst

29. August bis 08. November 2020

Ergebnisse einer textilen Ausschreibung mit Mustern von textilen Wandteppichen


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Das Jahr der Industriekultur 2020 haben wir zum Anlass genommen, eine zweite Auflage der Ausschreibung „Art Jacquard-Inspirationen“ zu initiieren, in der es um eine künstlerische Auseinandersetzung zum Thema Kitsch und Kunst geht.

Wer kennt ihn nicht, den „Röhrenden Hirsch“? Maler der Spätromantik erfanden einst das Motiv, das sich nicht nur im 19. Jahrhundert zu einem gefragten Wandschmuck in bürgerlichen Wohn- und Schlafstuben entwickelte. Es blieb bis ins 20. Jahrhundert hinein populär und gilt inzwischen als Inbegriff von Kitsch.

Für die Ausschreibung wurden in unserer Schauwerkstatt Jacquardweberei nach historischen Mustern Wandbehänge hergestellt. Eine idyllische Landschaft mit dem „röhrenden Hirsch“ oder ein Knusperhäuschen à la „Hänsel und Gretel“ oder floral gemusterte Stoffe aus der ehemaligen Produktion standen zur Verfügung und waren ganz oder teilweise in die nach eigenem Entwurf zu schaffenden textilen Arbeiten zu integrieren. Gleich, ob wandhängende oder dreidimensionale Objekte – aus der ehemaligen Massenware sollten einmalige, individuelle, im Bereich Kunst und Kitsch, Zeitgeist, Klassik und aktuellen Positionen angesiedelte und uns heute überzeugende Kreationen entstehen.

Aus über 70 eingereichten, auf eigenen Entwürfen basierenden Arbeiten traf die Jury, der die Textilschaffenden Britta Ankenbauer, Gisela Hafer und Gudrun Heinz, der als Maler, Grafiker und Holzbildhauer tätige Textildesigner Peter Geist und Museumsleiterin Marina Palm angehörten, die Auswahl für die Sonderausstellung.

Entstanden ist eine spannende Schau, die von der Zerstörung der Umwelt bis hin zu den Träumen der Großmutter, von der Wildbeobachtung bis zu Corona, von den Gebrüdern Grimm bis zum Kampf um Macht und Geld eine Vielzahl von in den unterschiedlichsten Techniken gearbeiteten Themen präsentiert.

Quilts und Kissen, Aschenputtels Schuh, Beutel und Collage, märchenhaft-phantasievoll ausgestaltete Kleidungsstücke – alle Exponate bieten eine Fülle von Ideen und Inspirationen.

Sie werden überrascht sein! Lassen Sie sich zu einem Besuch dieser reizvollen Ausstellung einladen! Zu sehen vom 29. August - 8. November 2020 im Sonderausstellungsbereich des Textil- und Rennsportmuseums.

Eine CD mit dem Katalog aller ausgestellten Arbeiten und eine kleine Begleitbroschüre zur Ausstellung sind im Museum erhältlich.


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HOT (ge)strickt - textile Street-ART im öffentlichen Raum

11. Juli bis 31. Oktober 2020


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Mit der Aktion HOT (ge)strickt wollen wir im Jahr der Industriekultur auf die in Hohenstein-Ernstthal und Oberlungwitz ehemals weltweit bedeutende Strumpf- und Wirkwarenindustrie aufmerksam machen. Das Projekt setzt sich aus vier Teilen zusammen: einer textilen Fassadenkunst mit über 300 Feinstrumpfhosen am Gebäude des TRM, dem textilen Einstricken von Bäumen, Straßenlaternen, Geländern u.a. sowie der Brunnenfigur "Kalte Hedwig" und dem rostigen Kunstwerk "Territorius" - auch urban knitting genannt. Schüler der 8. Klasse der "Schule am Sachsenring" haben im Kunstunterricht stricken gelernt und ein Minifahrrad bunt eingestrickt. Die alljährlich hier stattfindende Aktion "Kunst im Garten - Gartenkunst" stand in diesem Jahr ebenfalls unter dem Thema Textil. Das Sächsische Textilforschungsinstitut Chemnitz ist mit einer Installation von technischen Textilien und zwei künstlerischen Installationen beteiligt.

Das bunte Einstricken von Objekten im öffentlichen Raum ist vor ca. 15 Jahren aus den USA nach Europa gekommen. Es ist eine Form der Street-Art, die markanten Plätzen in der Stadt durch Einstricken von Laternensäulen, Bäumen, Geländern, Brunnen oder Zäunen u.v.m. ein zunächst ungewöhnliches - aber vor allem bunteres Gesicht gibt.

Es ist aber auch ein Gemeinschaftsprojekt vieler Bürger unserer Stadt, die in fleißiger Handarbeit die vielen Strick- und Häkelarbeiten fertigten. So arbeiteten bereits seit dem Sommer 2019 ca. 25 Frauen an den einzelnen Teilen. Das sind neben schon bestehenden Strickgruppen auch einzelne Frauen, die mit diesen sehr vertrauten Handarbeiten eine neue Herausforderung gesucht und gefunden haben. In lockerer Runde trafen sich die Akteurinnen einmal wöchentlich im Museum, um die Arbeitsschritte zu koordinieren, sich auszutauschen und neue Ideen zu entwickeln. Das dafür benötigte Garnmaterial sind ausschließlich Restbestände, die uns die Bevölkerung nach Aufrufen zur Verfügung gestellt hat.

Wir laden Sie zu einem gemütlichen Spaziergang durch Hohenstein-Ernstthal ein, um sich an den gestrickten Verschönerungen zu erfreuen. Die Schauplätze sind das Textil- und Rennsportmuseum, der Altmarkt in Hohenstein, der Stadtgarten, der Neumarkt in Ernstthal sowie hier und da Bäume und Zäune an der Straße.



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Textil und Rennsportmuseum

Antonstr. 6
09337 Hohenstein-Ernstthal

Fon: 03723 47711
Fax: 03723 626554
Mail:

Öffnungszeiten

Hinweis:
Museumsbesuch nur mit Mund-Nasen-Bedeckung erlaubt

Mogeschlossen
Di13:00-17:00 Uhr
Mi13:00-17:00 Uhr
Do13:00-17:00 Uhr
Fr13:00-17:00 Uhr
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So13:00-17:00 Uhr