Presse-Mitteilungen

Was hat ein Schiff mit Motorsport zu tun?

Eine neue Sonderschau wird morgen im Textil- und Rennsportmuseum eröffnet. Es geht um die Helden aus der zweiten Startreihe - und ein kleines Rätsel.

Von Erik Kiwitter
erschienen am 18.09.2015

Hohenstein-Ernstthal.

Das Modell hat eine stattliche Größe. Gerade so, dass es in die Vitrine passt. Vermutlich ist es ein spanisches Kriegsschiff aus dem 16. oder 17. Jahrhundert. Es gehört zu den Exponaten einer neuen Sonderausstellung im Textil- und Rennsportmuseum, die morgen eröffnet wird. Ihr Titel lautet: "Sachsenring. Helden aus der zweiten Startreihe". Doch was hat das Schiff mit Motorsport zu tun?

Das Modell steht neben Urkunden und Pokalen, die von Meisterschaften künden. Zu sehen sind alte Fotos von Rennfahrern.

Marina Palm, die Leiterin des Museums, baut die Ausstellung gerade auf, hebt das schwere Schiffsmodell in die Vitrine. "Das Rätsel lässt sich ganz einfach lüften", sagt sie. "Das Schiff gab es für einen Rennfahrer vor ein paar Jahrzehnten einmal als Siegerpreis." Gewonnen hat ihn einst Walter Eifert aus Callenberg beim Stralsunder Räderrennen im Jahre 1955. Ja, solche Preise gab es damals.

"Mit dieser Ausstellung wollen wir einmal Fahrer in den Mittelpunkt rücken, die sonst nicht im Blickpunkt standen wie andere", erklärt Marina Palm.


Museumsleiterin Marina Palm mit dem Schiffsmodell.
Foto: Andreas Kretschel

Ohne das große Feld der Fahrer aus der zweiten, dritten oder vierten Startreihe hätten auch die großen Fahrer keine richtige Bedeutung. Und erfolglos waren die Fahrer aus den hinteren Reihen ja auch nicht. So holte sich Walter Eifert 1953 sogar einmal einen DDR-Meistertitel. Dafür bekam er ebenfalls einen tollen Preis: ein Servierbrett mit der Aufschrift: "Dem DDR-Meister 1953. Gewidmet von der BSG Chemie Glauchau." Da wird sich die Frau von Walter Eifert gefreut haben.

Vor ein paar Tagen hat Siegfried Merkel aus Zwickau ein paar Ausstellungsstücke aus seinem eigenen Bestand bei Marina Palm abgeliefert. Merkel war wie Walter Eifert ein begeisterter Rennfahrer. Zwischen 1969 und 1975 gehörte er zu den besten Fahrern in der Klasse bis 125 Kubikzentimeter. Oft fehlte den Helden aus der zweiten Reihe das letzte Quäntchen Glück. Merkel wurde häufig erst in den allerletzten Sekunden von der Spitzenposition verdrängt.

Die Sonderausstellung "Sachsenring. Helden aus der zweiten Startreihe" im Textil- und Rennsportmuseum in Hohenstein-Ernstthal, Antonstraße 6, läuft bis zum 8. November. Das Museum hat dienstags bis sonntags jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet.


Textil- und Rennsportmuseum hat nach Umbau mehr Besucher
Im vergangenen Jahr wurde die Sanierung des Hauses abgeschlossen und die erweiterte Sachsenring-Schau eröffnet. Nun arbeitet das Museumsteam auf das nächste Großereignis hin.

Von Bettina Nöth
Hohenstein-Ernstthal - Bis auf zwei Paletten mit Säcken voller Gipsspachtelmasse für den Boden war das Dachgeschoss des Textil- und Rennsportmuseums (TRM) vor einem Jahr noch leer. Seit Juli ist dort die erweiterte Sachsenring-Ausstellung zu sehen, die vor dem insgesamt rund 2 Millionen Euro teuren Umbau des Museums im Erdgeschoss untergebracht war. - Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter dem Museumsteam um Leiterin Marina Palm. Doch geht man nach den Besucherzahlen, dann hat sich der Fleiß der 15 ehrenamtlichen Helfer und der drei festen Mitarbeiter gelohnt.


Blick ins Dachgeschoss des Museums vor einem Jahr.
Wo einst das Depot untergebracht war, zog im Juli die Sachsenring-Schau ein.

Foto: A. Kretschel/Archiv

"Die neue Schau wird von den Besuchern sehr gut angenommen", sagt Marina Palm. 4027 Kinder und Erwachsene besuchten in den neun Monaten des vergangenen Jahres, in denen das Museum geöffnet war, die Textil- und Rennsportausstellungen. Das sind 847 Besucher mehr als 2013, als das Museum zehn Monate geöffnet hatte. "In letzter Zeit kommen viele ehemalige Textilarbeiter, die ihren Enkeln die Maschinen von früher zeigen wollen", sagt die Museumsleiterin. Da sei der neue technische Leiter, Thomas Zinke, gefragt, der den Besuchern die Web- und Wirkmaschinen vorführe.


Ex-Weltmeister Sandro Cortese posiert bei der Vernissage der Ausstellung am 9. Juli 2014 auf einer Schüttoff, Baujahr 1926. Der Rennfahrer aus Berkheim Baden-Württemberg, der in der zurückliegenden Saison in der Moto2-Klasse startete, ist 2015 zum dritten Mal Werbebotschafter des GP am Sachsenring.

Foto: Andreas Kretschel

Museum feiert 20. Geburtstag
Höhepunkt in diesem Jahr ist das Museumsfest am 17. Mai anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Einrichtung in der Antonstraße. Eine Schau soll dann bis zu den Anfängen des Museums 1995 unter der heutigen Vorsitzenden des Fördervereins, Gisela Rabe, zurückblicken. Neben einer Schau zur Glasperlenweberei im Erzgebirge will Marina Palm erstmals einen textilen Flohmarkt veranstalten - mit historischer und moderner Bekleidung und Textilien.

Textilschau wird neu gestaltet
Wenn der Förderverein, der mit Unterstützung der Stadt und des Kulturraums Vogtland-Zwickau das TRM betreibt, Fördermittel erhält, wird das Depot in diesem Jahr mit neuen Regalen ausgestattet. In den kommenden Jahren stehen dann weitere Baumaßnahmen an. "Die zwei Textiletagen werden inhaltlich neu gestaltet", erklärt Marina Palm. Insbesondere soll die Ausstellung interaktiver werden - sodass es mehr Mitmachaktionen, auch für Kinder, gibt.
Bei der Umgestaltung der Textilschau hat die Museumschefin stets die Landesausstellung zur Industriegeschichte im Blick, die voraussichtlich 2018 stattfindet. "Wir möchten offizieller Standort werden", sagt Marina Palm, die schon zahlreiche Ideen hat. Zunächst will die 54-Jährige jedoch die neue Sachsenring-Schau komplettieren - mit einem Rennwagen MT 77. "Ich stehe in Kontakt mit möglichen Verleihern", verrät sie.

Publikation Freie Presse
Lokalausgabe Hohenstein-Ernstthal
Erscheinungstag Donnerstag, den 15. Januar 2015


Textilmuseum will sich zum Patchwork-Mekka mausern

In Hohenstein-Ernstthal wird am Wochenende genäht, gestickt und gestrickt. Auch sonst soll die Stadt ein Treffpunkt für Kreative und Handwerker werden.

Von Bettina Nöth

Hohenstein-Ernstthal - Putzlappen oder Patchworkdecke? Wenn Marina Palm einen alten Stoff in die Hand bekommt, entsteht oft eine kreative Idee. Die Leiterin des Textil- und Rennsportmuseums setzt sich dann an ihre Nähmaschine und näht alte Stoffe zu bunten Taschen, Kissen, Bettdecken und Kunstwerken zusammen. Anlässlich des Tags des traditionellen Handwerks im Erzgebirge hat die Museumsleiterin am Wochenende Patchworker der Region zum Austausch eingeladen. Besucher können den Kreativen über die Schulter schauen oder selbst zu Nadel und Faden greifen.

"Patchwork bedeutet Zerstückeln und wieder Zusammennähen", erklärt Marina Palm. Also alte Stoffe zerschneiden und etwa zu einer Steppdecke wieder zusammenfügen. "Dafür muss man nicht perfekt nähen können", sagt die Museumsleiterin. "Man muss nur seine Nähmaschine gut kennen."

Im Textil- und Rennsportmuseum trifft sich regelmäßig eine Patchwork-Gruppe mit rund 15 Hobbynäherinnen. Am Wochenende aber reisen Textilhandwerker aus ganz Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt an. Etwa 120 Kreative tauschen sich beim Regionaltreffen der Patchwork Gilde aus. Alle zwei Jahre richtet das Museum das Branchentreffen aus, initiiert Mitmachaktionen, zeigt hochkarätige Ausstellungen. Marina Palm will die Einrichtung fest in der Szene verankern. "Wir wollen uns zu einem Mekka für Patchwork- und Nähbegeisterte entwickeln", sagt sie. Drei Sonderausstellungen: Nicht nur Profis sondern auch neugierigen Besucher können am Wochenende die Bandbreite des Patchwork-Handwerks erleben. Unter dem Motto "Zeichen der Zeit - Engagement und Kunst in Textil" haben Künstlerinnen etwa die Themen Demenz, Umweltzerstörung, Auschwitz und sexuellen Missbrauch verarbeitet. In einer zweiten Schau sind Gruppenarbeiten der Künstlergruppe Texartist zu Sprichwörtern zu sehen. Unter dem Motto "An Ort und Stille - Textile Orte zum Verweilen" stellt zudem die Leipziger Künstlerin Britta Ankenbauer aus.

Kinder und Familien: Sie will die Museumsleiterin künftig verstärkt ansprechen. Am Wochenende können die Kleinsten auf einer Kindernähmaschine, die langsamer läuft, Eulen herstellen. Kinder und große Besucher können zudem Äpfel, Blüten, Früchte, Sterne und Weihnachtsbäume aus Stoff nähen.

Stricken, Sticken und Nähen: Die Strickgruppe aus Hohenstein-Ernstthal zeigt zudem, wie man Socken und Boshi-Mützen strickt und führt das Fingerstricken vor. Daneben gibt es eine Kreuzstichwerkstatt und die Besucher können Profis beim Quilten an der Nähmaschine über die Schulter schauen.

Alte und neue Nähmaschinen: Eine Longarm-Quiltmaschine, an der sich auch Besucher ausprobieren können, bringt der Nähmaschinen-hersteller Baby Lock aus Mühlau mit nach Hohenstein-Ernstthal. "Mit dieser Profimaschine kann man auch ausgefallenere Motive steppen", erklärt Marina Palm. Daneben gibt es auch Vorführungen der alten Strickmaschinen und Webstühle des Museums.

Patchwork-Vorführungen: Am Samstag und Sonntag jeweils um 14 Uhr können die Besucher mit Näherinnen ins Gespräch kommen. Unter dem Motto "Show and Tell" (zu Deutsch: zeige und erzähle) präsentieren Kreative ihre Lieblingsquilte, also ihre Steppdecken, und beantworten Fragen.

Handarbeitszubehör: In einer Ladenstraße wird alles rund ums Patchworken angeboten. Neben speziellen Bauwollstoffen gibt es Vliese, Garn und Knöpfe zu kaufen.

 Kaffee und Kuchen: Mit Würstchen und Fischbrötchen können sich die Besucher stärken. Marina Palm rechnet an beiden Tagen mit bis zu 400 Besuchern, so wie beim Tag des traditionellen Handwerks vor zwei Jahren.

Patchwork und textiles Handwerk wird morgen und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr im Textil- und Rennsportmuseum, Antonstraße 6, gezeigt. Jeweils um 14 Uhr stellen Hobby-Patchworker ihre Arbeiten vor.
Der Eintritt für Erwachsene kostet 4 Euro, für Familien 6 Euro.

Publikation Freie Presse
Lokalausgabe Hohenstein-Ernstthal
Erscheinungstag Freitag, den 17. Oktober 2014


Plakette weist auf Route hin

Das Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal gehört jetzt für jedermann sichtbar zur "Route der Industriekultur". Damit zählt es zu den 51 industrie-geschichtlichen Zeugen einer Zeit, in der Sachsen die stärkste Industrieregion Deutschlands war. Gestern bekam Museumsleiterin Marina Palm eine entsprechende Plakette überreicht. Mithilfe von Staatssekretär Roland Werner (hinten) sowie den FDP-Politikern Nico Tippelt und Stefan Frünke (links) montierte sie das Schild am Museumseingang.


Foto: Andreas Kretschel

Publikation Freie Presse
Lokalausgabe Hohenstein-Ernstthal
Erscheinungstag Dienstag, den 22. Juli 2014


Bradl und Co. auf Reise in die Vergangenheit

Mit Lederkappe und Motorradbrille - so haben die Fans ihre Idole

 Sandro Cortese, Aleix Espargaro aus Spanien und Stefan Bradl
(von links) noch nicht gesehen.

Gestern begaben sich die drei Grand-Prix-Piloten im Textil- und Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Eine der Raritäten ist diese 350-ccm-Maschine der Firma Schüttoff aus Chemnitz, mit der Paul Großer 1927 beim ersten damaligen Badberg-Viereckrennen am Start war. Neben der Schüttoff ist erstmals auch die 125-ccm-Neckermann-MZ aus dem Jahr 1968 zusehen, mit der der zweifache Weltmeister Dieter Braun beim WM-Lauf 1968 auf dem Sachsenring den siebenten Platz erreicht hatte. Das neu gestaltete Museum ist täglich von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Am Rennwochenende sind Besucher von 10 bis 18 Uhr willkommen. Einer wird sicherlich auch Jim Redman sein. Der sechsfache Weltmeister aus Südafrika ist Gast beim Grand Prix. "Das werde ich mir sicher nicht entgehen lassen", sagte der mehrfache Sachsenring-Sieger der 60er-Jahre der "Freien Presse".

Foto: Andreas Kretschel

Publikation Freie Presse
Lokalausgabe Hohenstein-Ernstthal
Erscheinungstag Freitag, den 11. Juli 2014


Umbauarbeiten im TRM - Auszug aus Pressemitteilungen

Die Sammlung wird entstaubt
Seit Monaten wird gefräst, gehämmert und fast das gesamte Textil- und Rennsportmuseum auf den Kopf gestellt. Nun neigen sich die Arbeiten dem Ende entgegen - und das Saubermachen beginnt.

Von Markus Pfeifer
Hohenstein-Ernstthal - Die Bauarbeiten haben Spuren hinterlassen. Feiner Staub liegt auf Uhren, Textilmaschinen, Vitrinen. Und der muss bis Ende des Monats wieder weggewischt werden, dann soll das Textil- und Rennsportmuseum zumindest in Teilen wieder öffnen. "Es haben sich zum Glück einige Freiwillige gefunden, die uns unter-stützen. Alleine würden wir das nicht schaffen", sagt Museumsleiterin Marina Palm. Die großen Maschinen wurden zwar mit Folie verhüllt, doch verhinderte auch diese nicht, dass sich nicht wenigstens eine dünne Staubschicht auf ihnen gebildet hat.

Inhaltlich soll sich viel tun
Rund 500.000 Euro sind bisher in den Umbau im Inneren des Hauses investiert worden. Die äußere Hülle zu sanieren hatte in den vergange-nen Jahren zudem schon mehr als eine Million Euro gekostet.
Eine sechsstellige Summe soll außerdem noch nach und nach in die Ausstattung gesteckt werden. "Inhaltlich haben wir in den nächsten Jahren viel vor", sagt Heidrun Günther, die im Hohenstein-Ernstthaler Rathaus für die Kultur der Stadt zuständig ist. 2018 soll das Museum Teil der sächsischen Landesausstellung sein.

Modern präsentiert sich mittlerweile der neue Eingangsbereich des Museums. Hier können sich Besucher künftig barrierefrei bewegen, ein Aufzug bringt sie dann in die verschiedenen Etagen. Der Tresen wurde wieder verwendet und erweitert, ebenso andere Teile des früheren Eingangsbereiches. Neu sind die Schließfächer, Garderoben und Toiletten. Wenige Schritte entfernt sollen Tische und Stühle aufgestellt werden, damit Gäste Getränke zu sich nehmen können.
Ein Mehrzweckraum für Projekte und Veranstaltungen ist ebenfalls entstanden.

Umgebaut wurde auch das Dachgeschoss - dort geht die wohl drastischste Veränderung vonstatten. Die Sachsenring-Ausstellung zieht vom Erdgeschoss nach oben, dafür wechselt das Depot, das bisher unterm Dach untergebracht war, ein paar Stockwerke tiefer. Die Motorsportausstellung wird in leicht veränderter Form wieder aufgebaut - und zwar nicht nur, weil der Melkus-Rennwagen, der bislang in dem Museum stand, nicht mit nach oben transportiert, sondern durch einen anderen Melkus ersetzt wird. "Veränderungen sind auch aufgrund der räumlichen Bedingungen nötig", erklärt Marina Palm.

Textilteil öffnet Ende März
Bis zur Motorrad-Grand-Prix, die Mitte Juli auf dem Sachsenring gastiert, soll im Dachgeschoss alles fertig sein. Zur Wiedereröffnung des Museums Ende März bleibt es indes für die Öffentlichkeit noch verschlossen. "Unsere zwei Textilbereiche sollen dann aber wieder für Besucher öffnen", sagt Museumsleiterin Marina Palm. Die Einrichtung ist Teil der neuen "Zeitsprungland"-Kampagne der Tourismusregion Zwickau, die derzeit bekannt gemacht und am 30. März in großem Umfang eingeläutet werden soll. Unter dem Titel "Wir machen uns auf die Socken" sollen von da an im Textil- und Rennsportmuseum Zeit- und Entwicklungssprünge in der Strumpfindustrie verdeutlich werden. Das Stricken von Hand, der im 16. Jahrhundert entwickelte Handkulier-stuhl und die Maschinen aus der Textilindustrie des 20. Jahrhunderts werden eine Rolle spielen. Nach Anmeldung soll es auch Führungen in der Firma Lindner an der Goldbachstraße geben, wo die lange Tradition der Strumpfherstellung heute auf moderne Weise fortgesetzt wird.

Publikation Freie Presse
Lokalausgabe Hohenstein-Ernstthal
Erscheinungstag Dienstag, den 11. März 2014
Motorräder in Zukunft unterm Dach


Museum Umbauarbeiten im Museum laufen - Etagen werden umgestaltet
Die Außenwände des Textil- und Rennsportmuseums haben bereits den letzten Schliff bekommen. Mit Unterstützung des Fördervereins, der Mittel von der Hermann-Ende-Stiftung nutzte, konnte die Ostfassade mit Wandbildern verziert werden. Im Museum selbst gibt es noch viel zu tun. Unter anderem läuft derzeit der Innenausbau des Dachgeschosses. Hier verkleiden Arbeiten die Decken und Wände, das historische Tragwerk aus Stahl bleibt aber sichtbar. "Die Sachsenring-Ausstellung wird nach oben ziehen", erklärt Museumsleiterin Marina Palm. Motorräder, die auf angedeutetem Asphalt stehen, eine kleine Kinoecke und ein Fahrsimulator sind unter anderem in den Plänen vorhanden. Ob der Melkus-Rennwagen mit unters Dach kommt, ist noch fraglich. Er lässt sich nur transportieren. Im Erdgeschoss, wo sich die Sachsenring-Ausstellung derzeit noch befindet, sollen in Zukunft ein Depot, das Büro und der Raum für Sonderausstellungen Platz finden. "Für Sonderausstellungen werden sich die Bedingungen deutlich verbessern", so Marina Palm. Im Kellergeschoss entstehen das neue Foyer mit dem Kassenbereich, Toiletten, Garderoben und ein Mehrzweckraum. Der Aufzug ist bereits fertig. Laut Marina Palm wird etwa ein dreiviertel Million Euro in den Umbau investiert. Die Gestaltung der Räume wird aber weitere Mittel benötigen. "Da ist eben etwas Geduld nötig", so die Museumsleiterin, nach deren Worten Spenden an den Förderverein sehr willkommen sind.

Artikel erschienen 28.09.2013 im blick


Museum: Bau kostet mehr Geld

Der Einbau von neuer Brandmelde- und Sicherheitstechnik ins Textil- und Rennsportmuseum wird teurer als gedacht.
Glück für die Stadt: Es gibt auch mehr Förderung
.

Hohenstein-Ernstthal.

Für die Modernisierung des Textil- und Rennsportmuseums, die seit zwei Jahren läuft, muss die Stadt mehr Geld in die Hand nehmen als gedacht. Innenarbeiten und Planungsleistungen des dritten Abschnitts kosten knapp 240.000 Euro mehr - und damit rund 784.000 Euro. Grund für die Erhöhung ist laut Verwaltung ein neues Raum- und Museumskonzept, das erstellt wurde und das andere Anforderungen unter anderem an den Einbruchs- und den Brandschutz sowie an Beleuchtung, Heizung und Raumluftanlage stellt. Gedeckt werden sollen die Mehrausgaben, die so im Haushaltsentwurf für dieses Jahr nicht vorgesehen waren, durch Geld, das eigentlich für die Sanierung des Schützenhauses eingeplant war und dieses Jahr nicht benötigt wird.
Zudem bekommt die Stadt auch mehr Fördermittel aus dem Programm "Stadtumbau Ost". Mitte Juni war der Bescheid im Hohenstein-Ernstthaler Rathaus eingetroffen, dass die Mehrkosten bei der Förderung mit berücksichtigt werden. Etwa 440.000 Euro Fördergeld wird nun überwiesen, die Stadt muss rund 340.000 Euro selbst aufbringen - und damit etwa 75.000 Euro mehr als ursprünglich veranschlagt.
Das Textil- und Rennsportmuseum soll umfassend umgebaut und modernisiert werden. Ab Mitte 2011 wurde das Gebäude unter anderem trockengelegt, es kamen neue Fenster rein, das Dach wurde saniert und der Fassadenputz erneuert. Der Eingang wurde außerdem behindertenfreundlich gestaltet. Rund 1,1 Millionen Euro hat die Stadt bis dato in das Museum investiert. Nun stehen die Arbeiten des dritten Abschnitts im Inneren an. So wird der Dachboden ausgebaut, auf dem künftig die Motorradausstellung gezeigt wird. Elektrik, Heizung und Beleuchtung werden komplett erneuert.

Artikel erschienen 03.07.2013 in der FP